Über mich: Wie ich auf’s Home-Office gekommen bin

Über mich: Wie ich auf’s Home-Office gekommen bin

© Elisabeth Mecklenburg

Vielleicht interessiert es ja auch den einen oder andern, wie ich als Betreiberin dieser Seite zum Home-Office gekommen bin. – Nun ja, das ist eine etwas längere Geschichte 😉 Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich schon in diversen CallCentern für unterschiedliche Branchen gearbeitet, bis sich bei meiner letzten Arbeitsstelle die reinste Katastrophe anbahnte.

Aber von Anfang an: Zunächst machte die Firma einen guten Eindruck. Die Büros waren mit der neusten Technik ausgestattet, hin und wieder wurde von der CallCenter-Leitung sogar ein Mittagessen in Form von Pizza spendiert, Kaffee gab es für alle Mitarbeiter kostenlos und so viel man wollte und auch Kuchen oder mal ein Eis an heißen Tagen, erfreuten uns. – Zunächst waren wir von den tollen Arbeitsbedingungen begeistert und es machte Spaß, dort zu arbeiten.

So nach und nach wurde ich aber misstrauisch, da sich so einige Ungereimtheiten ergaben. So fing ich an, im Internet über die Firma zu recherchieren. Fand aber kaum Infos und wenn ich etwas über die Geschäftsführer entdeckte, dann nur Berichte bzgl. Strafanzeigen wegen Betrug und dergleichen. Das machte mich noch stutziger.

Von nun an war ich auf der Hut. Wir telefonierten damals für ein Finanzunternehmen, welches für andere Unternehmen Geldanlagen anbot. Für die Außendienstmitarbeiter dieses Unternehmens sollten wir Vor-Ort-Termine mit der jeweiligen Geschäftsleitung der Firmen, die wir anrufen sollten, vereinbaren. Termine wurden von uns auch gelegt, komischer Weise wurden diese aber nicht von den Außendienstlern wahrgenommen, wie wir später erfuhren, als wir die Termine nachtelefonieren mussten. Anstatt der Finanzdienstleister erschienen Versicherungsvertreter zum Termin. Das war ja schon recht merkwürdig und die Kunden, bei denen wir die Termine vereinbart hatten, waren wirklich stinksauer.

Bei mir läuteten zu dem Zeitpunkt schon alle Alarmglocken, aber was dann kam, da wäre ich im Leben nicht drauf gekommen. Zunächst kamen keine Gehaltszahlungen mehr. – Darauf angesprochen, wurde immer mit fadenscheinigen Ausreden reagiert, wie: Überweisungen von der Zentrale sind noch nicht da, dann waren es Rechnerprobleme, usw. …

Da ich eh schon mißtrauisch war, schaltete ich einen Anwalt ein und kündigte fristlos. Viele, viele Wochen später habe ich meine noch offenen Gehaltszahlungen bekommen. Meine damaligen Kollegen & Kolleginnen, die dort geblieben sind und weiter gearbeitet haben, haben ihr Geld nicht mehr bekommen.

Mein Anwalt bekam mit der Zeit heraus, dass die ganze Firma eine sogenannte Briefkastenfirma war. 2 Geschäftsführer und unsere CallCenter-Leitung waren die Firma. Wie sich aber herausstellte, unsere Gehälter waren ordnungsgemäß an die CallCenter-Leitung überwiesen worden, nur, dass sie uns die Beträge nicht überwiesen hat. Die Gute ist mit unserem ganzen Geld im Centro in Oberhausen shoppen gegangen. – Unglaublich! Madam hat sich mit unserem Gehalt komplett neu eingekleidet – und auch nur in den nobelsten Geschäften eingekauft – den einen oder anderen Schnick-Schnack für ihr Haus angeschafft, usw. – Jedenfalls hatte sie das komplette Geld von uns auf den Kopf gehauen. – Und ja, … verheiratet war sie mit einem der beiden Geschäftsführer. Da fällt mir dann gleich noch das Sprichwort ein: Gleich und gleich gesellt sich gern …

Aber es kam noch dicker: Die Termine – und das waren nicht wenige – die wir für das Finanzdienstleistungsunternehmen vereinbart hatten, hatte die Gute alle an eine Versicherung verkauft und sich das Geld auch noch eingesteckt. Sie war sogar noch so dreist und hat uns nachtelefonieren lassen, ob die Kunden zufrieden sind – unglaublich!

Nach dieser Geschichte hatte ich endgültig die Nase von CallCentern voll und hab überlegt, was ich in Zukunft machen will. – Mit einem Mal kam mir der Gedanke, dass ich ja telefonieren kann und mit dieser Fähigkeit genau so gut mein eigenes Unternehmen gründen kann. Gedacht, getan – einen Tag später bin ich zum Gewerbeamt und habe mein Gewerbe angemeldet.

Eine Kollegin aus dem letzten Unternehmen hatte für mich einen Kontakt zu einer Firma, wo ab und zu etwas zum Telefonieren anstand. Dort rief ich direkt an, aber aktuell standen keine Aufträge an, die zu vergeben waren. Später rief mich der Geschäftsführer aber an und ich bekam Aufträge. Selbst heute, nach so vielen Jahren übernehme ich von diesem Unternehmen hin und wieder noch kleine Aufträge.

Ich bin anschließend angefangen, überall im Internet Anzeigen zu schalten und so nach und nach bekam ich kleinere Aufträge. Wer nicht wirbt, der stirb – und das trifft auch auf das eigene Unternehmen zu. Meine Arbeit gefiel mir immer besser und ein paar Jahre später übernahm ich Aufträge von einer Agentur, die wirklich auch sehr gut bezahlte. Von da an brauchte ich mich nicht mehr um neue Aufträge kümmern, da über die Agentur genügend Aufträge reinkamen. Später habe ich weitere Bereiche meinem Dienstleistungs-Unternehmen hinzugefügt, sodass es auch abwechslungsreicher wurde. Vor etwa zwei Jahren kam mein Büro-Sortierdienst (Ordnen, Sortieren & Abheften von Unterlagen jeglicher Art für Privat & Gewerbe) noch dazu, da dies auch ein Bereich ist, den ich sehr gerne mache. Zwischenzeitlich habe ich aber meinen “Bauchladen” reduziert und biete nur noch die Texterstellung und Autorenbetreuung an. Das sind beides Bereiche, die ich sehr, sehr gerne mache und daher liegt mein Fokus nur noch darauf. 

Obwohl das ganze nun schon über 10 Jahre her ist, habe ich es nicht ein einziges Mal bereut, diesen Weg gegangen zu sein. Klar, es läuft nicht immer alles rund, wie man das gerne hätte, aber das ist ja überall so. Mein Schreibtisch-Service gibt mir die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, für wen und mit wem ich arbeite, welche Projekte ich übernehme und welche nicht.

Es gibt für mich nichts schöneres auf der Welt, als die eigene Chefin zu sein 😉

Wie war dein Weg in die Selbständigkeit? Magst du für meine Seite einen Gastbeitrag darüber schreiben? Dann melde dich bei mir über mein Kontaktformular und wir können alles weitere persönlich besprechen. 

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